Kollektion Grotesque

Entwurf einer Schriftfamilie inspiriert von frühen serifenlosen Satzschriften im heutigen Deutschland

Nina Faulhaber

Kommunikationsdesign BA

Supervision
Prof. Maurice Göldner
Prof. Kai Bergmann

Auf der Werkschau
L-Gebäude EG: L 1.03

Die „Kollektion Grotesque“ ist das Resultat einer eingehenden Auseinandersetzung mit frühen serifenlosen Satzschriften im 19. Jahrhundert. Ich habe mich vor allem mit den im deutschsprachigen Raum vertriebenen Grotesken beschäftigt und hierzu viele Schriftproben in der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig eingesehen. Seit Beginn meiner Recherche war ich fasziniert von deren Wirkung. Die kruden, unbeholfenen Formen haben eine enorme Prägnanz und Kraft, das Ungewöhnliche und Unperfekte wirkt gerade interessant. Ich wollte mich für meine Schrift von der Lebendigkeit und Vielfalt der historischen Vorlagen inspirieren lassen und diese in einen ausdrucksstarken Entwurf umsetzen.

Die entstandene „Kollektion Grotesque“ ist kein Revival. Sie soll eher den Geist der damaligen Designs in einen zeitgenössischen Entwurf übersetzen, als eine Kopie sein, die irgendwie aus der Zeit gefallen wirkt. Auch ist sie keine Schriftfamilie im eigentlichen Sinn. Die fünf einzelnen, vorerst nicht interpolierbaren, Schnitte haben alle ihre ganz eigenen Charakteristika und unterscheiden sich in den Buchstabenformen, Gewicht und Weite voneinander. Dennoch sind sie untereinander stimmig und verbunden. Man kann sie mehr als eine Gruppe Gleichgesinnter, einen Freundeskreis sehen.