Transcending Tactility - Interaktive Rauminstallation

Leibesinsel: Eine audiovisuelle Installation mit Rückkopplungsmechanismen

Nikita Nakropin

Interaktive Medien BA

Supervision
Prof. Andreas Muxel
Prof. Robert Rose

Auf der Werkschau
K-Gebäude EG: K 1.01

Die Anpassung und der Umgang mit den neuen Umständen, die COVID19 zu Tage gebracht hat, ist für jeden Einzelnen eine besondere Herausforderung gewesen. Ausschlaggebende Einschnitte in dem Leben des Individuums sind seit Frühjahr 2020 durch Social Distancing Maßnahmen geprägt. Seelenlose Partys, tote Konzerte, leere Hallen, unbelebte Messen, einsame Stunden in den vier Wänden und Isolation über mehrere Tage führten zu einem Kontaktentzug, der nach wie vor seines Gleichen sucht. Die Folgen dessen sind nach wie vor spür- und wahrnehmbar. Der Wunsch nach Nähe, Wärme und insbesondere nach Berührung sind einer der wichtigsten Bedürfnisse des Menschen, jetzt mehr denn je, geworden.

Der Entzug und die Befreiung von jeglichen irdischen Wünschen und Bedürfnissen ist ein leittragendes Motiv vieler Glaubensgemeinschaften oder Religionen wie zum Beispiel der des Buddhismus. So gelingt das wahrhaftige Glück erst durch die Befreiung von den Fesseln der Begierde, die unsere Wahrnehmung steuert und unseren Verstand regiert. Falls man in der Lage ist, sich von dem zu lösen, wird oft von einer Transzendenz dessen gesprochen. Dadurch leitet sich insbesondere der Titel dieser Bachelorarbeit "Transcending Tactility" ab und befasst sich dahergehend mit der Frage wie man unter den besonderen Umständen einer Pandemie, eine interaktive Rauminstallation im musealen und performativen Kontext entwickeln kann. Der Kontaktentzug stellt daher den Anspruch in dieser Arbeit eine menschenlose Interaktion inne zutragen.

Dabei herauskristallisiert hat sich das Konzept der Rauminstallation „Leibesinsel“, welches sich auf den vom 2021 verstorbenen Philosophen Hermann Schmitz eingeführten gleichnamigen Begriff bezieht. Kern dieses technischen Artefaktes ist die digitale Binnenkommunikation mittels Licht und Ton: Das Objekt projiziert mittels einem Projektor eine Farbe an seine Umwelt, welche durch eine Kamera erfasst und dessen Signale an einen digitalen Klangerzeuger weitergeleitet wird. Der erzeugte Ton wird mittels Mikrofon abgenommen und auf Basis von Lautstärke und Timbre eine Farbe gemischt, welche letztlich erneut vom Projektor ausgegeben wird. Hierbei entsteht ein autopoietischer Prozess innerhalb eines kybernetisch geschlossenes Systems, welches zum Innehalten, Entschleunigen und Betrachten einlädt.