Andrea Wagner
Reparieren als Triebkraft gesellschaftlicher Entwicklung.

Andrea Wagner
Reparieren als Triebkraft gesellschaftlicher Entwicklung.

Transformation Design TFD - Master

Betreuung

Prof. Ulrich Fleischmann
M.A. Jürgen Hefele

Zoom-Gespräch
von 14:00 bis 15:00 Uhr
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Warum sollten wir Dinge reparieren, mit denen wir uns umgeben?

Dafür gibt es eine ganze Reihe guter Gründe. Nachhaltigkeit ist einer davon. Etablieren wir das Reparieren in der bestehenden Wegwerfkultur und dem Überfluss im Konsum (wieder) als Alltagspraxis, eröffnen sich Perspektiven, die vielleicht weniger offensichtlich sind als die ökologische Nachhaltigkeit, aber mindestens so wertvoll. Diese "gesellschaftliche Triebkraft" ist Gegenstand meiner Masterarbeit. Reparieren bedeutet (sehr) kurz gesagt Teilhabe & Gemeinschaft, ein neues (Selbst-)bewusstsein der Konsument*innen und damit Autonomie, eine sinnstiftende Auseinandersetzung mit der eigenen Identität, Raum für Innovationen und die Auseinandersetzung mit der bestehenden Fehlerkultur der Leistungsgesellschaft. Und als ob das nicht schon überzeugend genug wäre, gibt's Kompetenzen wie analytisches Denken, Geduld und eine ganzheitliche Beobachtungsgabe obendrauf. Das ist nicht nur hilfreich, wenn der Staubsauger zickt, sondern hat auch Vorteile, wenn man globale Herausfoderungen wie eine Pandemie, den Klimawandel oder soziale Ungleichheit verstehen und anpacken will (und muss).
Aus meiner Perspektive als Gestalterin habe ich mich damit auseinandergesetzt, wie sich das Grundverständnis der Reparatur-Szene vermitteln und ein breites Publikum für das kollektive Reparieren begeistern lässt. Dabei habe ich mich auf design-konzeptioneller Ebene ausgetobt, um anwendungsbezogene Lösungsansätze zu finden. Zwischen Recherche, Service-Design-Methodiken, einem regen Austausch mit der Szene (danke an das Habitat!) und praktischen Reparatur-Erlebnissen ist ein Konzept für ein mobiles Workshopangebot für Reparatur-Initiativen entstanden. Mit Strategien und Arbeitsmaterialien, die den Einstieg ins Reparieren erleichtern und die Freude daran wecken, Dinge zu erhalten. Warum das total Sinn macht, sprengt den Rahmen dieses Textfelds. Ein illustrierter Projekt-Teaser fasst das Konzept zusammen, zeigt, wie es funktionieren kann und bringt das Projekt ein Stück näher an die Umsetzung.